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Müssen wir eigentlich ständig glücklich sein?

Veröffentlicht am 15.05.2017

Seit ein paar Jahren gibt es eine Flut von Büchern, Filmen, Coachingangeboten und Fernsehsendungen zum Thema Glück. Es scheint, als seien wir fast schon ein bisschen besessen vom Thema Glück. In meinem Umfeld und bei meinen Klienten stelle ich zunehmend fest, dass dadurch paradoxerweise Stress entsteht. Viele Menschen fühlen sich fast schon schuldig, wenn sie nicht ständig gut drauf sind. Befeuert wird das noch durch eine Kultur der ständigen Selbstoptimierung.

Geht das überhaupt, ständig glücklich zu sein? Ist es sinnvoll danach zu streben? Ich höre dann im Gegenzug häufig das Argument, dass wir unser Glück ja gar nicht wahrnehmen oder genießen können, wenn wir nicht auch unglücklich sind. Ist es also der Wechsel zwischen Glück und Unglück, den wir brauchen?

Aus der modernen Hirnforschung wissen wir mittlerweile, dass unser Gehirn tatsächlich Abwechslung braucht und „liebt“. Bei jeder Emotion werden spezielle Botenstoffe und Hormone ausgeschüttet. Werden nun ununterbrochen die gleichen Botenstoffe aktiviert, verliert sich der Effekt oder kehrt sich sogar ins Gegenteil um. Würden wir beispielsweise versuchen, wochenlang in einem meditativ/glückseligen Zustand zu verharren, kann der dazu gehörige Botenstoffcocktail über einen längeren Zeitraum sogar zu Depressionen führen.

Die gute Nachricht daran: Unser Gehirn braucht tatsächlich lediglich ABWECHSLUNG. Das muss allerdings nicht die Abwechslung zwischen Glück und Unglück sein. Es würde schon ausreichen zwischen Freude, Neugier, Dankbarkeit, Euphorie, Interesse, Hoffnung, Heiterkeit etc. zu wechseln. Alles Emotionen, die wir als angenehm empfinden. Es ist durchaus möglich, mit Bewusstheit und Achtsamkeit diese Wechsel selbst herbei zu führen. Zum Beispiel in dem man vor dem Schlafen gehen ein Dankbarkeitstagebuch führt, in das man drei Dinge notiert, die an dem Tag gut gelaufen sind und so die Wahrnehmung mehr und mehr auf die positiven Dinge legt.

Trotzdem möchte ich eine Lanze dafür brechen, dass es einfach auch Zeiten für Trauer, Nachdenklichkeit, Betroffenheit, Sorge oder Angst im Leben gibt. Um auch diese Phasen bewältigen zu können, ist der erste Schritt die ANNAHME der Situation und das Annehmen dessen, das ich jetzt nicht glücklich bin. Die Zeitspanne in der man sich dann noch damit quält, dass man eigentlich „gut drauf“ sein müsste, verlängert diesen Prozess des Annehmens und führt zu dem oben geschilderten Stress.

Und machen – zumindest rückblickend gesehen – nicht auch diese „unglücklichen“ Zeiten den großen Erfahrungsschatz unseres Lebens mit aus?

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine abwechslungsreiche oder annehmende Woche!